Ich wurde in den letzten Wochen immer wieder gefragt, ob sich Projektmanagement-Zertifizierungen (noch immer) lohnen. Neben den reinen Zertifizierungskosten fällt doch ein erheblicher individueller Aufwand für die Zertifizierungsvorbereitung an – ist es das wert? Ist es mit einem Projektmanagement-Training nicht auch getan?


Der Nutzen einer Projektmanagement-Zertifizierung kann aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden:

  1. Individuum = zertifzierte Projektmanager:in
  2. Organisation

Nutzen einer Projektmanagement-Zertifizierung: Individuum

Als zertifizierte/r Projektmanager:in belege ich, mich ernsthaft und umfangreich mit Projektmanagement auseinandergesetzt zu haben. Und zwar nicht nur durch „learning by doing“! Ich verstehe die Prozesse und Methoden aus theoretischer Sicht und setze sie nachweislich in der Praxis gezielt ein. Dadurch steigt meine Attraktivität am internen und externen Jobmarkt.

Einerseits positioniere ich mich intern, um für anspruchsvollere, komplexere Projekte als Projektmanger:in eingesetzt zu werden. Das spiegelt sich auch im Gehalt wieder, wie Studien der GPM "Gehalt und Karriere im Projektmanagement" in Deutschland belegen. In größeren Organisationen kann eine Projektmanagement-Zertifizierung auch für das Vorankommen in einem definierten Karrierepfad Voraussetzung sein.

Andererseits steigt meine Attraktivität auf dem externen Jobmarkt. Es gibt viele „Projektmanager:innen“ da draußen. Mit einer Zertifizierung hebe ich mich von der Masse ab und rekrutierende Organisationen wissen, welche Kompetenzen ich nachweislich mitbringe. Auch das kann ein Hebel im Rekrutierungsprozess und in Gehaltsverhandlungen sein.

Nutzen einer Projektmanagement-Zertifizierung: Organisation

Als Organisation, die Projektmanager:innen zertifiziert, schaffe ich Vergleichbarkeit anhand von transparenten Kriterien. Ich kann dadurch Karrierepfade im Projektmanagement gestalten und biete Mitarbeiter:innen eine Perspektive zur Weiterentwicklung. Darüber hinaus hilft es in der Beziehungsgestaltung zu Kunden und Lieferanten. In der Vergangenheit waren zertifizierte Projektmanager:innen vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen nachzuweisen. In den letzten Jahren beobachten wir, dass Projektmanagement-Zertifizierungen immer häufiger bewusst von Kunden gefordert werden.

Fazit

Projektmanagement-Zertifizierungen haben nicht zuletzt durch das Aufkommen agiler Ansätze neue Konkurrenz bekommen. Zurzeit scheint sich die Quantität durchzusetzen. Mit einem Aufwand von 2-3 Tagen kann man sich aktuell zu allen möglichen Mastern – von OKR bis Scrum – zertifizieren lassen. Diese Zertifizierungen können sinnvolle Ergänzungen für zertifizierte Projektmanager:innen darstellen. Wenn man es aber mit „echten Projekten“ zu tun hat, können sie eine Projektmanagement-Zertifizierung (z.B. IPMA®/ PMI®) jedoch nicht ersetzen.

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Eine Übersicht unserer Vorbereitungskurse zur IPMA®-/ PMI®-Zertifizierung findet sich auf unserer Website 👉 https://www.rolandgareis.com/training/projektmanagement 

  
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Über den Autor

Lorenz Gareis

Managing Director, RGC